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Fotos: 

 

DER BESUCH DER ALTEN DAME 

Friedrich Dürrenmatt

 

Theater Rudolstadt

Premiere 26.11.2011

Aufführungsdauer 2:20 h, 1 Pause

 

Regie: Grażyna Kania

Ausstattung: Fred Pommerehn

Musikcollage: Grażyna Kania

Musikalische Einstudierung: Thomas Voigt

Dramaturgie: Thorsten Bihegue

 

BESETZUNG:

VERENA BLANKENBURG Claire Zahanassian,  MATTHIAS WINDE Alfred Ill,

Güllener  HANS BURKIA, ACHIM BRUNNER, BENJAMIN GIEBEL, LAURA GÖTTNER, CHARLOTTE RONAS, UTE SCHMIDT, MARKUS SEIDENSTICKER, 

musik

 

PRESSE

TLZ, 29.11.11 

Rudolstadt zeigt Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" 

Frank Quilitzsch

Güllen, das ist eine holzgetäfelte Wand mit abgeschabten Tapeten, hinter der sich ein Getränkegroßlager ausbreitet (Ausstattung: Fred Pommerehn). Davor hat sich der Trupp von acht Schauspielern postiert, aus denen Grazyna Kania sämtliche Figuren, die Friedrich Dürrenmatts Tragikomödie "Der Besuch der alten Dame" bevölkern, hervorgehen lässt: abgestumpfte, ausgebrannte, von der Stütze, der Suppenküche, auf Pump oder in bloßem Gottvertrauen lebende Typen. Doch als eine Milliardärin im Güllener Bahnhof die Notbremse zieht, ändert sich schlagartig alles. 

(...) Kania bringt frische Ideen mit und schafft lustvoll Spielräume für die Schauspieler. Die wechseln nur ihre Rollen, nie ihre Kostüme, und wachsen bei dem einen oder anderen grotesken Auftritt über sich hinaus. 

(...) Vorzeigbar ist auch das Rudolstädter Sparprogramm: Selten wurde hier dermaßen mit Requisiten gegeizt. Keine Möbel, keine Koffer, keine Gewehre ... Nur zwei Flaschen Pils, die Markus Seidensticker und Joachim Brunner als Polizisten genüsslich leeren. Und eine Hotelburg aus Getränkekästen, gesponsert von Brauereien der Region, in der sich die versnobte Dame verschanzt. Wer freilich den Güllener Volkschor so virtuos choreografiert, kann sich auf die Fantasie der Zuschauer verlassen. Ills Bedrohung - er steht dem Wohlstand seiner Mitbürger plötzlich im Wege - liegt förmlich in der Luft. 

Famos das Simultanspiel vor und hinter der geöffneten Tapetenwand. (...) Dürrenmatts 1955 in einer finanziellen Zwangslage verfasste Parabel auf die Verführbarkeit des in Not geratenen Kleinbürgertums gilt - siehe Weltfinanzkrise - heute wie damals. 

 

OTZ, 28.11.11

Premiere "Der Besuch der alten Dame" in Rudolstadt 

Angelika Bohn

(...) Die junge Regisseurin Grazyna Kania bürstet in Rudolstadt den "Besuch der alten Dame" gegen allfällig gewohnte Sichtweisen. Claire Zachanassian, die Frau mit dem ekligen Angebot, ist diesmal keine giftige Greisin im Rollstuhl. Verena Blankenburg spielt eine mondäne, nach wie vor verführerische Frau in den besten Jahren. Geld macht sexy.  

(...) Das sieht sich schön rotzig und trotzig an und hat anfangs auch ein flottes Tempo. Der Zuschauer muss ja im Alltag oft nicht weit gehen, um Gestalten zu sehen, die ihm nun als Güllener Bürger auf der Bühne begegnen. Güllen ist überall. 

(..) Alfred Ill wird immer mehr zum tragischen Helden, der sich für den Wohlstand seiner Mitbürger zu opfern bereit ist. Ein sympathischer ehrlicher Kerl, der seinen miesen Liebesverrat bereut. Eng umschlungen entschwinden Claire und Alfred am Ende in ein anderes Leben Wo in der Theaterkantine dieses klasse Ensemble hoffentlich kräftig gefeiert hat. 

 

NACHTKRITIK, 26.11.11

Hello Again!

Christian Baron

(...)  Dass es in Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame"  ums große Ganze und nicht nur um die eiskalte Rache einer verbitterten alten Frau geht, hat Grazyna Kania in ihrer Inszenierung am Landestheater Rudolstadt durchaus erkannt. (...) Wirklich stark ist Grazyna Kanias Inszenierung da, wo es um reine Unterhaltung geht. Berechtigten Szenenapplaus ernten etwa musikalische Zwischeneinlagen wie die, als die Güllener ihre Retterin mit dem herzhaft vorgetragenen "Hello Again" von Howard Carpendale begrüßen oder auch jene Sequenz, in der ein aufgedrehter Bürger (famos in dieser Rolle: Benjamin Griebel) Turnübungen nach Befehl der Zachanassian vorführen muss. Positiv auch, dass die Rollen- und Szenenwechsel dank chorischer und atmosphärischer Unterstützung des Ensembles ohne grofle Veränderung in Kostümen oder Bühnenbild auskommen. Überhaupt ist letzteres spartanisch gehalten, im Mittelpunkt steht das Spiel.

Die aus der Grundstory resultierende tragische Groteske wird denn auch von allen Beteiligten kurzweilig, von Matthias Winde herausragend heruntergespielt (...) 

 
 
 
 

Aufzeichnung: Voxfilm

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